Finally… IRONMAN 70.3 Zell am See 2016

Letztes Jahr durfte ich ja bei den Ironman 70.3 Weltmeisterschaften 2015 in Zell am See arbeiten, als sich Jan Frodeno und Daniela Ryf zu den Weltmeistern auf der Mitteldistanz gemacht haben. Abends beim „After-Work-Run“ auf der Radstrecke, hab ich mir dann MEINE Teilnahme an diesem speziellen Rennen in den Kopf gesetzt. Schnell wurde daraus das Projekt #360daystomd – also 360 Tage bis zum Debüt auf der Mitteldistanz.

Ich wusste die einzelnen Herausforderungen, also 1,9km Schwimmen – 90 km Radfahren – 21,1km Laufen, jede für sich sind super gut schaffbar für mich, aber alles gemeinsam war noch ein Fragezeichen?! Nach vielen (schweißtreibenden) Stunden im Hallenbad/See, am Rennrad und in meinen Laufschuhen und nach einer olymischen Distanz (0,9/45/10,5) beim Linz Triathlon, beschloss ich mich für meine erste Mitteldistanz anzumelden. Zuerst standen neben Zell am See, auch noch die Mitteldistanzen in Podersdorf und Pula (Kroatien) zur Auswahl. Wenn gleich es mir das Salzburgerland sehr angetan hatte und ich mit Höhenmetern kein Problem hatte.

Nach meiner Anmeldung im Juni (und zwei Wochen drauf, der Anmeldung zu meiner ersten Langdistanz beim IRONMAN AUSTRIA 2017) blieben mir noch „heiße“ 2 Monate des Schwimmens, Radfahrens, Laufens und natürlich alles was drumherum dazu gehört. Also Dehnen (in meinem Fall: Yoga ❤ ) und Athletiktrainings mit speziellen Kräftigungs- und Stabilitätsübungen.

Raceweekend

Letztes Wochenende, am letzen August-Wochenende, wars dann endlich soweit. Freitag Abend hatte ich alles nötige fürs Wochenende hergerichtet, mit der Checkliste von Andrea (trilifelove.de) kontrolliert und eingepackt.

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Samstag ziemlich früh am Morgen fuhren mein Freund ( DANKE mein Schatz für ALLES!!!) von Graz ins wunderschöne Zell am See (http://www.zellamsee-kaprun.com/de), damit ich beweisen konnte das ich nicht mehr nur Läuferin bin, nein, TRIATHLETIN bin.

Pünktlich auf die Minute waren wir dann beim Race briefing – also der Vorstellung der drei Strecken – im Ferry Porsche Congress in Zell am See. Gebannt und mit etwas gemischten Gefühlen verfolgten wir die Informationen und ich versuchte mir alle wichtigen Details zu merken. Anschließend ging es zur Registrierung, wo ich meinen Race-Rucksack samt allen Startunterlagen abgeholt habe. Als mir die nette Dame das “Athlete Band” umgelegt hatte, war es mir schlagartig bewusst:“No way back – Racetime!“ Glückliche aber auch komische Gefühlsregungen konnte ich wahrnehmen und in den Augen meines Freundes mindestens genauso viel Spannung, wie ich es vermutlich gerade ausstrahlte. Nach einem kurzen Rundgang über die Expo, einem Foto mit allen Teilnehmern in Form des M-Dots und einem Cappuccino ging´s Richtung Auto die Wechselzonensäcke / Transition Bags zu befüllen und das Rad zum Bike-Check-In zu bringen.

Nachdem mein roter Blitz 😉 von den Marshalls überprüft wurde, durfte ich es an seinen Platz in der Transition stellen. Anschließend hängte ich noch die Bike und Run-Bags auf die für mich vorgesehenen Haken auf und nachdem ich die Laufwege vom Rennen noch abgegangen bin, gabs noch ein Abschiedsbild mit meinem „red flash“ sowie einem Instagram-Yogachallengebild vor dem großen roten M-dot-Label.

Ein Nickerchen im Hotel später 😉 gings am Abend noch mit ganz lieben Bekannten, wo er auch startete, in der „Bio Burger Factory“ in Zell/See zum Abendessen. Nach einem kleinen Spaziergang hab ich dann noch meinen Trisuit sowie andere Kleinigkeiten hergerichtet, um am nächsten Morgen Stress zu vermeiden und dann ging´s ab ins Bett.
Geträumt wurde – natürlich – von: SWIM – BIKE – RUN – FINISH! 🙂

Der Tag X – der Ironman 70.3 Zell/See 2016

Nachdem ein relativ später Start von 11.00 Uhr vormittags gewählt wurde, hatte ich in der Früh noch genügend Zeit um zu frühstücken (etwas Eierspeise, Marmelade-semmerl, Kaffee und Tee), genügend zu trinken und auch ohne Stress Richtung Wechselzone und Schwimmstart beim Strandbad Seespitz zu fahren. Nach einer schnellen Kontrolle der Transition Bags und des Rads und nachdem ich die Getränke und die Wettkampfernährung (Gels) am Rad positioniert hatte, gings in den Neo. :-/ Das Kribbeln im Bauch wurde immer mehr und mehr. Einen nervösen aber innigen Abschiedskuss durch den Absperrzaun später, gings für mich zum Schwimmstart. Auch bei diesem Rennen war ein Rolling Start – also pro Sekunde wurden 2-3 Athleten ins Wasser gelassen – vorgesehen. Ich war froh, dass ich mich bei keinem Massenstart und keiner „Waschmaschine“ behaupten musste sondern mein Schwimmtempo relativ frei wählen konnte. Nach einer gefühlten Ewigkeit in brühdender Hitze (im Neo und mit Schwimmkappe) gings Sekunde für Sekunde weiter Richtung Wasser und Richtung meinem ganz persönlichen Start des Rennens.

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Die Kanone verkündet den Start des Ironman 70.3 2016! Das Gesicht sagt 1000 Worte! 😉

Dann schwommen wir die Schwimmstrecke von insgesamt 1,9 km Richtung Zeller Stadtzentrum, wobei zwei 935 m lange Hin- und Retourabschnitte  und zwei Wendebojen mit einem Zwischenabstand von 30 m umrundet werden müssen. Nachdem ich beim Hinabschnitt anfänglich Schwierigkeiten hatte mit den ganzen anderen Athleten um mich (trainiert hatte ich durchwegs alleine in Hallenbad bzw Badeseen) so hatte ich etwa ab der Hälfe mein Schwimmtempo gefunden („swim like your boat sunk“) und erfreute mich des schönen Wetters. Nach etwa 48min stieg ich aus dem 20°C warmen Zeller See und rannte in die Wechselzone wo ich mir im Vorbeilaufen meinen Bike-Sack schnappte. Nachdem ich mich aus dem Neoprenanzug schälte und meine Radschuhe anzog, gings Richtung Rad und Start des Radrennens.

Endlich Radfahren! Auf die 90km mit 1288 Höhenmeter hatte ich mich schon sehr gefreut und intensiv vorbereitet und ganz nach dem Motto „bike like you stole it“ trat ich in meine Pedale. Zuerst gings Richtung Bruck an der Glocknerstraße und dann auf der Bundesstraße vorbei an Taxenbach nach Lend/Embach. Kurz riskierte ich einen Blick auf meine heißgeliebte Forerunner 920XT von Garmin um festzustellen, zu welchem Tempo ich anscheinend am Rad im Stande war. Und bei den heißen Temperaturen von zirka 31°c war ich froh über den Fahrtwind.

Bei Lend wurde eingebogen und es ging hoch Richtung Hochkönig. Bereits auf der Strecke nach Dienten am Hochkönig und beim darauf folgenden „Herzstück“ der Radstrecke mutierte ich zur Motivations- und Spasskanone am Rad und animierte die übrigen Radfahrer mit mir doch gemeinsam den knackigen Berganstieg hinaufzutreten. Sehr viele Athleten jedoch stiegen ab oder verbissen sich und konnten sich zu keinem Lächeln hinreißen lassen. Ich ließ mich jedoch nicht beirren und trat fleißig hoch auf den „Gipfel der Gefühle„, auf den Filzensattel, den höchsten Punkt des Rennens. Zugleich schwor ich meinem „roten Blitz“, wenn er mich ohne Pannen ans Ende der Strecke bringt, gibts eine schöne Schaumwäsche und vielleicht neue Laufräder. Ein bisschen mehr Aerodynamik wäre schön! 🙂 Dann gings den Berg rasant hinab (für viele Athleten vielleicht zu rasant?!) Richtung Maria Alm, Saalfelden und Maishofen und nach einer kurzen Durchfahrt durch Zell/See weiter Richtung Kaprun. Dort kam nochmal ein knackiger Anstieg hinauf zur Burg Kaprun den ich jedoch gut meisterte. Und nach noch einer Durchfahrt durch Bruck/Glocknerstr. gings übers Naturschutzgebiet zurück zur Transition. Die Uhr verkündete 03:30:41! Die Radstrecke des Ironman 70.3 Zell am See mag nicht jeden liegen, an diesem sonnigen Sonntag jedoch hab ich mich in sie verknallt.

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Zurück in der Wechselzone schnell in die geliebten Gel Noosa Tri von Asics gehüpft, ging´s entlang vom See, vorbei an der historischen Altstadt von Zell Richtung Thumersbach. Die vielen motivierten und gut gelaunten Helfer (1000x DAAAAANNKEEE!!!), über die ich schon auf der Radstrecke mehr als dankbar war, reichten von Wasser über Iso, Cola auch Brezeln und Orangenschnitze. Noch nie hatte mir eine Orange sooo gut geschmeckt! 🙂 Nach der Wende gings zur ersten Schleife in die Altstadt und dann nochmals hinaus nach Thumersbach, bevor es dann entgültig ins Zentrum von Zell ging. Etwa zwischen Kilometer 7 und 14 hatte ich eine „kleine Krise“ – mein jahrelanges Problem mit dem Piriformis machte schmerzhaft auf sich aufmerksam und die „Wunsch-/ Traumendzeit“ war beim Debüt nicht mehr schaffbar. Doch dann packte mich dann der Ehrgeiz und nach dem Motto „run for your life/like a bad dog is behind you“ und je lauter ich die Finishline hören konnte, gings Richtung Zentrum. ENDLICH durfte ich mit den beiden Rundenbändern am Oberarm in die Kirchgasse und auf durch den Zielkanal auf den Stadtplatz zu laufen. Der Halbmarathon in 02:15:25 war Geschichte! Und nach einem kurzen Abklatschen mit „ironbernie“, dem bekannten und beliebten Moderator, wars endlich geschafft: ich hab meinen ersten Ironman 70.3 gefinisht und am Bogen über mir stand: „L.Ploder 06:44:12 – you are an HALF IRONMAN“!

Etwas nach mir kam auch mein Vereinskollege vom SU Tri Styria (www.tristyria.at) Johannes Krasser ins Ziel und war froh nach dem Hitzerennen von Zell/See im Ziel zu sein.

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Glücklich mit Vereinskollege Johannes im Ziel!

Projekt #360daystomd erfüllt, ich bin sehr glücklich über mein tolles Debüt, jetzt im Herbst wird wieder mehr gelaufen (München, Wolfgangsee usw) und weiter gehts aufs „bigger picture“ – auf den Ironman Austria 2017 am 02.07.2017!

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Mein ganz ganz großer Dank gilt meinem Schatz, meiner Familie, meinen Freunden und Bekannten fürs Unterstützen, Motivieren, Gemeinsame Trainieren! #roadtoironman #imaustria #imat2017

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