Meine erste Langdistanz – IM Austria 2017 – Teil 2: Raceweek & der Wettkampfmorgen

Nachdem ich im Teil 1 über mein Training für meine erste Langdistanz berichtet hatte, erzähl ich euch hier von den letzten Tagen vor dem Event sowie vom Wettkampfmorgen. Ich nehm euch mit zur Startnummernabholung, zur Wettkampfbesprechung und zum Rad Check-in des diesjährigen Ironman Austria. Aber, lest selbst! 😉

Die letzte Woche vorm Ironman Austria 2017 verging wie im Flug. Neben einem letzten Rad-Checkup von meinem „roten Blitz“ 😉 und dem letzten Aufstocken der geplanten Wettkampfernährung, stand sonst viel Schlafen und Essen am Programm. Die „Standardfrage“ aller Freunde und Bekannten nach dem Grad meiner Nervosität konnte ich gelassen beantworten und fand mich selbst in einer guten Verfassung. Selbst die 24% steile Zufahrtsstraße zu unserer Wohnung war mit meinem alten Stadtrad ein Klacks und ehe ich mich versah, war’s Freitag. Noch 2x schlafen verkündete meine Garmin-Uhr!

 

Dann gings für uns im vollgepackten Auto über die Pack nach Klagenfurt und unser Quartier fürs Ironman-Wochenende wurde bezogen. Nun wuchs auch zunehmend Stunde um Stunde die Vorfreude auf „DEN“ Tag des Jahres und auf das Ereignis, worauf ich solange hin trainiert hatte.

Startnummernabholung

Samstag früh wurde ich nun immer mehr zum „Nerverl“ und nach dem Frühstück, gings Richtung Wörthersee. Der Parkplatz war rasch gefunden und dann hetzte ich schon zum Gelände der „Ironman Expo“, wo sich auch die Startnummernabholung befand.

Als erstes musste ich €12,00 für die Tageslizenz nachlegen, ehe ich die Startnummer, das neongelbe Athletenband und meinen ersten großen Ironman Rucksack erhielt. Dieser beinhaltete neben dem Race booklet, in dem der Zeitplan und alle knapp 3000 Starter verzeichnet waren, auch einige Goodies verschiedener Sponsoren wie zB Stirnbänder und Schlauchschals. Der nächste Winter kommt bestimmt! 😉 Ebenso waren auch die rot-blau-weißen Beutel für die Wechselzonen drinnen. Die Beutel für die Selbstversorgungsstationen beim Radfahren und beim Laufen haben wir auch gleich mitgenommen, ehe es zum Board der Agegrouper, also der Altersgruppen-Athleten, ging, wo ich unterzeichnete.

Nach einem kurzen Besuch im Merchandisezelt gings auch schnell wieder weiter, da die Wettkampfbesprechung für alle deutschsprachigen Athleten am Programm stand.

Die Wettkampfbesprechung

Das Projekt #roadtoironman begann wirklich in die brennheiße Phase einzutauchen, als es für mich samt Begleitung zur Wettkampfbesprechung im IronDome des Ironman Austria ging. Nach einigen sonnigen Minuten vor dem IronDome – das englischsprachige race briefing war gerade erst zu Ende gegangen – strömten alle hinein ins große Festzelt und ein Platz in Bühnennähe war schnell gefunden. Zu diesem Zeitpunkt war ich nun hochoffiziell richtig aufgeregt. Vorallem das drohende Neoprenverbot, von dem bereits die Wochen davor online immer wieder die Rede war und der vage Wetterbericht sorgte unter allen Altersklassenathleten für etwas Aufregung. Nach der Wettkampfbesprechung beim IM 70.3 Zell/See vom letzen Herbst erwartete ich zwar keine allzu große Überraschung mehr, aber die Informationen über die Schwimm- / Rad- und Laufstrecke nun durch den Rennleiter vorgetragen zu bekommen ließen die Vorfreude gleich nochmal in die Höhe schnellen.

Eine Frage brannte jedoch den Großteil der Altersklasse-Athleten ebenso wie mir unter den Nägeln, nämlich jene zum Neoprenverbot oder nicht. Aufgrund des heißen und sonnigen Junis hatte der Wörthersee bereits mehrmals die Temperatur von 24,5°C erreicht, wonach ein Neoprenanzug auch für Altersklasseathleten nicht mehr erlaubt war. Die Frage wurde jedoch auch nicht bei der Wettkampfbesprechung geklärt. Viel mehr wollte man die entgültige Entscheidung am nächsten Tag um 5:40 Uhr morgens treffen. Also hieß es für mich und knapp 3000 andere Athleten warten und bangen. Einerseits spricht für den Neoprenanzug die bessere Wasserlage, das leichtere Schwimmen und die schnelleren Schwimmzeiten als ohne. Andererseits – gerade in meinem Fall wo der Neoprenanzug nicht 100% passte und gerade im Schulterbereich für Engegefühle sorgte – war ein Neoprenverbot für alle auch eine willkommene Option.

Neben dem rollenden Start, der seit 2015/16 zur besseren Schwimmsicherheit eingeführt wurde, gab es auch noch eine „schnelle Welle“ für besonders ambitionierte Altersklasseathleten. Ich als Rookie kannte den „rolling start“ zwar schon vom IM 70.3 Zell/See 2016, aber ich passte auch hier nochmals gut auf.  Es gab nämlich keine Startblöcke im ursprünglichen Sinn, in die man bereits vor dem Rennen einsortiert wurde. Stattdessen stellte man sich selbst in die Gruppe von Athleten, die einem nach seinem Leistungsvermögen angemessen schien (ab 1:10 Std aufsteigend).

Nach der Besprechung schlenderten wir nochmal über das Veranstaltungsgelände, trafen einige Bekannte und Freunde und nach einem kurzen Blick auf die „finish line“ gings zum verdienten Mittagessen. Auf die Pizza am Ufer des Wörthersees hatten Matthias und ich uns schon den ganzen Vormittag gefreut. Schnell kam man auch mit anderen Athleten auf der Terrasse des Lokals ins Gespräch und ich holte mir noch letzte Insidertipps.

 

Der Bike Check-In

Anschließend hatten wir ursprünglich den Bike Check-In geplant, jedoch war ich am Morgen zu schusselig und hatte den Helm vergessen. Und ohne Helm konnte ich den Bike Check-In nicht erledigen. Also fuhren wir wieder zu unserem Quartier und nach einem erholsamen Powernap, sowie einem Zwischenstopp bei Freunden wo mir noch eine schwimm-, Radhelm- und lauftaugliche Frisur für den Ironman verpasst wurde, stand als offizieller Programmpunkt noch das Einchecken des Rennrads sowie die Abgabe der Wechselzonenbeutel an.

In den blauen Bike-Wechselzonensack gab ich ein kleines Handtuch, Sonnencreme, Socken, meine Lieblingssocken von CEP sowie meine Radschuhe und zu guter Letzt auch meinen Helm. Nicht auszumalen, wenn ich den am nächsten Tag vergessen hätte! Und in den blauen Run-Wechselzonensack kamen der türkisblaue Visor sowie meine Laufschuhe, der NoosaFF von Asics, die ich am nächsten Tag verwenden wollte.

Der Platz für meinen „roten Blitz“ war dank netter Helfer schnell gefunden und positioniert und zu allem Glück hatte ich auch einen Randplatz ergattert – das hieß mein Rad stand ganz am Ende einer Reihe. Schnell noch die umliegenden Bäume und markante Hinweise fotografiert. Ich wollte die Bilder am Abend nämlich noch durchgehen, damit ich am nächsten Tag sicher mein Rad finde. Und dann schlenderte ich noch zu den Rädern der PRO´s. Der „Bolide“ von Jan Frodeno, das Speedmax CF SLX von Canyon, war gut in eine Kunststofffolie eingehüllt und auch sonst konnte man die Räder der Profis teilweise nur erahnen. Auch darunter war das rote „Andean“ von Diamondback Bicycles, das der österreichische Profi-Triathlet Michael Weiss am nächsten Tag verwendete.

Immer mehr bekam ich den Eindruck, dass mein „roter Blitz“ von Fuji das mit Abstand günstigste Rad in der Wechselzone sein musste. Dort standen Zeitfahrräder und Rennräder vom Gegenwert unserer Küche und ich befürchtete schon, dass mein Rad nach einer Nacht unter den Boliden einen Minderwertigkeitskomplex bekam. Immerhin gab es noch den Spruch „Kondition statt Carbon“! 😉 Aber für eine etwaige nächste Langdistanz würde ich mir wohl ein aerodynamischeres Bike ansparen.

Die letzte Mission war noch der Zeitmess-Chip, den es wie immer am Ende der Wechselzone beim Verlassen des Geländes gab. Schnell wie 3000 andere Athleten und Athletinnen am Neoprenband um den Knöchel gewickelt, sorgte es auch bei mir immer wieder für Alpträume: Die bloße Angst ihn am nächsten Tag irgendwo verschlampt zu haben. Dabei gab es sowohl beim Schwimmstart wie auch in der Wechselzone Ersatz, sollte er doch unauffindbar werden.

Nachdem Matthias geduldig vor der Wechselzone gewartet hatte, spazierten wir noch die Wege vom Schwimmausstieg zur Wechselzone ab und warfen gemeinsam nochmal einen Blick auf den wohl teuersten Radparkplatz Österreichs.

 

Nach einem gemütlichen Abendessen in der Klagenfurter Innenstadt standen noch letzte Vorbereitungen für den nächsten Tag am Programm sowie noch einige Telefonate mit ebenso aufgeregten Freunden und Familienmitgliedern und eine WhatsApp-Gruppe für den eigens anreisenden „Fanclub“ wurde installiert, ehe eine aufgeregte und kurze Nacht auf mich wartete.

Der Wettkampfmorgen & der Schwimmstart

Nach der – nicht nur für mich als Langschläferin – kurzen Nacht und frühen Weckzeit von 3:30 Uhr stand ein besinnlicher und ruhiger Morgen am Programm. Nachdem ich Matthias nicht zu früh wecken wollte, machte ich mich nach der Morgentoilette ans Vorbereiten des Frühstücks.

„Klassisch steirisch“ hatte ich Sterz mit Kaffee, also Polenta mit schwarzen Kaffee sowie eine Banane geplant. Im Vorfeld und während meiner Vorbereitung hatte ich viele andere Frühstücksvarianten, angefangen von Süßkartoffeln mit Salz über Porridge uvm ausprobiert und bin schließlich bei der Polenta gelandet. Einerseits hatte ich meinen Kaffee – ohne den ging für mich zu dieser Uhrzeit gar nichts – und andererseits die Polenta und damit eine bereits seit meiner Kindheit bekannte Frühstücksoption für anstrengende Tage. Nebenbei ist ein warmes Frühstück auch super bei einem nervösen Magen – egal ob vor Prüfungen oder vor einem Wettkampf.

Während der Maisgries köchelte rief auch meine Tante aus den USA an und wir hatten einen herzlichen, aber kurzen Schwatz damit auch sie wusste wie sie mich verfolgen konnte. Nach dem Frühstück und dem Anziehen meines Trisuits blieb mir nichts anderes übrig als Matthias nun endlich zu wecken, damit auch er noch frühstücken konnte und damit ich dann noch vor dem Schwimmstart zu meinem Rad konnte.

Dann fuhren wir auf die Autobahn bis zur Abfahrt Klagenfurt West – Wörthersee. Ich hatte da bereits die Kopfhörer auf, um mich mit meiner Lieblingsmusik in Stimmung zu bringen. Als ich dann kurz aufsah und den Stau an der Autobahnabfahrt entdeckte, rutschte mir mein Herz sprichwörtlich in die Hose und mit meiner Ruhe & Gelassenheit wars dahin. Aber Matthias konnte mich schnell beruhigen und bald waren wir schon am Parkplatz und dann liefen wir bewaffnet mit Radpumpe und Neopren sowie den Trinkflaschen und der Wettkampfernährung zum Radparkplatz.

Nachdem ich mich davon überzeugt hatte, das mein Rennrad noch immer so da stand, wie am Abend zuvor, wurden schnell die Schläuche wieder auf 7,5-8 bar aufgepumpt und die Gels und Riegel mit einem Tape an der Oberrohrstange fixiert, sofern ich sie nicht in der Box verstauen konnte. 2 Trinkflaschen gefüllt mit dem Isogetränk meiner Wahl (boost von Ringana – mehr dazu in einem anderen Blogpost) und die übrigen Flaschen wurden in den Selbstverpflegungssäcken verstaut. Auch gab ich eine gut gepolsterte Radhose in den Selbstverpflegungsack für die Radstrecke – meine persönliche Geheimwaffe für die 2.Radrunde! Und dann gings Richtung Schwimmstart!

==> Ob es dann tatsächlich ein Neoprenverbot gab oder nicht, wie es mir beim Schwimmen ging und vieles mehr, erfahrt ihr im Teil 3 zum IRONMAN AUSTRIA.

 

HAT EUCH DER BEITRAG GEFALLEN? ICH WÜRDE MICH SEHR FREUEN, WENN IHR IHN AUF DEN SOZIALEN MEDIEN WIE FACEBOOK, TWITTER UND GOOGLE+ TEILT. VIELEN LIEBEN DANK DAFÜR!

 

 

 

 

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2 Kommentare zu „Meine erste Langdistanz – IM Austria 2017 – Teil 2: Raceweek & der Wettkampfmorgen

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  1. Also, das mit dem Foto vom Standort des Rads in der Wechselzone ist mega die gute Idee! Das merk ich mir!
    Und das mit den teuren Rennmaschinen kommt mir bekannt vor. Ich kam mir so gepopelt vor beim IM70.3 und hatte eher das Gefühl, da waren Räder mit deutlich höherem Wert als mein Auto 😂
    Du machst es echt spannend! Ich freu mich auf die Fortsetzung!

    Gefällt 1 Person

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